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Geschrieben von: Michael Pankratius
Unter EM-Technologie versteht man die Nutzbarmachung Effektiver Mikroorganismen. Effektive Mikroorganismen (EM) sind eine spezielle Mischung von Mikroben, die regenerative Prozesse unterstützen und fäulnisbildende Prozesse unterdrücken. Zu den wichtigsten Mikroorganismen in der EM- Technologie gehören Milchsäurebakterien, Hefen, Photosynthesebakterien und fermentaktive Pilze. Die bisher wissenschaftlich nicht anerkannte Methode wurde 1982 vom japanischen Agrarwissenschaftler und Hochschullehrer Prof. Dr. Teruo Higa auf Okinawa entdeckt und findet seitdem internationale Verwendung.
EM dient nicht der Substitution anderer Praktiken. Es ist ein Fördermittel, um die Praktiken der alternativen Landwirtschaft zu optimieren. EM kann die nützlichen Effekte dieser Praktiken steigern, wenn es richtig angewendet wird.
Seit dem Aufkommen der EM-Technologie wird diese argwöhnisch beobachtet. Hauptkritikpunkte sind die zu optimistischen Werbebotschaften sowie die Nichtvereinbarung von EM mit der Lebensmittelhygiene.
Geschichte
Bereits in den sechziger Jahren begann Prof. Dr. Teruo Higa die Arbeit am Thema Bodenfruchtbarkeit in Abhängigkeit von Mikroorganismen und insbesondere von Photosynthesebakterien.
Higa (seit 1982 Professor für Gartenbau an der Universität von Ryukyus (Japan), Abteilung Landwirtschaft.) sammelte 2000 Mikroorganismen Arten zur Entwicklung der EM und entfernte diejenigen, die einen schlechten Geruch entwickelten. Nach weiterer Selektion blieben zuletzt 125 Arten übrig. Einige dieser Mikroorganismen sind mit allgemeinen Methoden nicht nachweisbar.
Nach jedem Arbeitstag wurden die Mikrobenmischungen in einer Grasparzelle entsorgt. Dabei fiel auf, dass das Gras auf dieser Fläche schneller wuchs. Aus diesem Zufallsprodukt entstand EM.
Die in EM verwendeten Arten der Mikroorganismen sind seinem Werk „Biseibutsu no nôgyô riyô to kankyô hozen“ (Landwirtschaftliche Verwendung von Mikroorganismen und Umweltschutz; Verlag: Nô-Bun Kyô) beschrieben. Eine deutsche oder englische Übersetzung existiert derzeit nicht.
Zusammensetzung
Effektiven Mikroorganismen setzen sich aus einer Mischkultur aus 80 ausgewählten, natürlich vorkommenden Mikroorganismen- Arten aus 10 Gattungen und fünf Familien zusammen, die in allen Mikroorganismen- Banken vorrätig sind. EM sind toxikologisch unbedenklich und enthalten keine gentechnisch veränderten Organismen.
Besonders erwähnenswert ist die Koexistenz von aerob und anaerob lebenden Mikroorganismen in derselben Flüssigkeit.
Die fünf Familien der Mikroorganismen sind:
- Photosynthesebakterien (Rhodopseudomonas)
Rhodopseudomonas wandeln organisches Material und schädliche Gase mit Hilfe von Sonnenlicht und Bodenwärme als Energielieferanten um zu Aminosäuren, Nukleinsäuren, bioaktiven Substanzen und Zuckerarten, die direkt von Pflanzen absorbiert werden können und als Bakterien vermehrende Substrate wirken.
- Milchsäurebakterien (Laktobacillus)
Laktobacillus produzieren Milchsäure aus Zuckerarten und anderen Kohlehydraten. Zusätzlich werden schädliche Mikroorganismen unterdrückt und eine schnelle Zersetzung von organischem Material verstärkt.
- Hefen (Saccharomyces)
Saccharomyces synthetisieren antimikrobielle, für das Pflanzenwachstum nützliche Substanzen aus Aminosäuren und Zuckern. Bioaktive von Hefen produzieren Hormone und Enzyme, die die Zell- und Wurzelteilung fördern.
- Aktinomyzeten (Streptomyces)
Streptomyces sind Mikroben die strukturmäßig zwischen Bakterien und Pilzen liegen. Sie produzieren aus Aminosäuren und organischem Material mikrobielle Stoffe, die schädliche Pilze und Bakterien unterdrücken.
- Fermentaktive Pilzarten (Aspergillus)
Aspergillus lassen organisches Material schnell zerfallen, wobei Alkohol, Ester und antimikrobische Stoffe entstehen. Diese unterdrücken Fäulnis, schlechte Gerüche und das Auftreten von Schadinsekten.
Funktionsweise
Effektive Mikroorganismen können in allen Bereichen funktionsfördernd eingesetzt werden, in denen organische Materialien verarbeitet oder aufgebessert werden. EM wird zugeschrieben regenerativ zu wirken, die Lebenskraft und Gesundheit zu stärken und degenerative, krank machende Prozesse zu verhindern.
EM beschleunigen die Umsetzung organischer Materialien und verhindern Fäulnis, beleben den Boden und erhöhen die Aktivität der Bodenlebewesen, verbessern die Erwärmung im Frühjahr und die Speicherkapazität des Bodens, verringern die Keimdauer und fördern die Wurzelbildung, reinigen Wasser, reduzieren umweltrelevante Schadgase und beseitigen schlechte Gerüche.
In der richtigen Zusammenstellung produzieren Mikroorganismen nützlichen Substanzen wie Vitamine, organische Säuren, mineralische Chelatverbindungen und unterschiedliche Antioxidantien.
Die Funktionsweise von EM wird in drei Prinzipien aufgeteilt: Dominanzprinzip, Fermentationsprinzip und Antioxidationsprinzip.
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Quellenverzeichnis:
Hammes, E., van den Höövel, G. (2008): EMLösungen, Verlag Eifelkrone
Lorch, A. (2006): EM Eine Chance für unsere Erde, OLV Verlag
Rackl, C. (2006): Praktische Erfahrungen mit effektiven Mikroorganismen (EM) in Pflanzenbau und Tierhaltung. Diplomarbeit an der Fachhochschule Weihenstephan, Fachbereich Land- und Ernährungswirtschaft
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